Koordinaten 942

Hochgeladen 1. Mai 2010

Aufgezeichnet April 2010

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172 m
97 m
0
25
50
100,81 km

angezeigt 11043 Mal, heruntergeladen 28 Mal

bei Legnickie Pole, Województwo dolnośląskie (Polska)

For those who do not speak German, my facility with English is almost on a native level but I am just to lazy to write the description twice. If you drop an email to [email protected], I promise that you will receive an answer soon.

Der Wegpunkt am Start vom Campingplatz 10 km südöstlich von Liegnitz (Legnica) in Wahlstatt (Legnickie Pole) ist nicht enthalten, man findet ihn, incl. Anschrift/Kontaktinfo des Campingplatzes im ersten Teil der Tour (http://de.wikiloc.com/wikiloc/view.do?id=873390).

Vom Start weg geht es in einem ziemlichen Zickzack nördlich bis fast an Liegnitz heran, man muss erst auf die richtige Seite der Autobahn. Dabei geht es durch Kniegnitz (Księginice) und Koischwitz (Koskowice), kleine Nester die schon mal einen Vorgeschmack auf diesen ziemlich ländlichen Teil geben. Dieser setzt sich in Seifersdorf (Rosochata) fort, wo wir dann endlich in der richtigen Richtung ostwärts fahren.

Nach ziemlich genau 30 Kilometer Fahrt erreichen wir kurz hinter Koitz (Kawice) die Oder, die dann auch sogleich überquert wird um nach Lebus (Lubiąż) zu gelangen. Eine besondere Attraktion ist das dortige Zisterzienserkloster (Opactwo Cysterskie w Lubiążu), eine der größten Anlagen dieser Art weltweit. Nachdem ich 1990 kopfschüttelnd vor den sich im Zustand völligen Verfalls befindlichen Gebäuden gestanden habe ist nunmehr, 17 Jahre danach, festzustellen dass sich doch Einiges zur Erhaltung des Kulturerbes getan hat. Einen großen Anteil daran haben Deutsche Einrichtungen in Schlesien, viele der Säle sind wieder zur Besichtigung freigegeben.

Etwas weiter östlich fährt man an der alten Windmühle von Lebus vorbei, die naturgemäß doch etwas im Schatten des Klosters steht.

Bei der nächsten Station in Dyhernfurth (Brzeg Dolny) haben wir schon mehr als die Hälfte des Tagespensums geschafft. Was wohl jedem sofort, im wahrsten Sinne des Wortes, in die Augen stechen dürfte wenn er in diesen Ort kommt sind die bunten Häuser. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, Enthaltung nach dem Motto: "Jedem das Seine" ist wohl hier die vernünftigste Einstellung. Verpflegt haben wir uns mal wieder aus einem der in Polen wie Sand am Meer vorhandenen Skleps. Wie man am Trackverlauf sieht wollten wir uns dazu an die Oder begeben, dort hat aber die Präsenz einer Fähre nicht gerade einen einladenden Eindruck auf uns ausgeübt. Also, wieder zurück in den kleinen Park mit den bunten Freunden in unmittelbarer Sichtnähe. Eine weitere Beschreibung (auf Deutsch) des Oderverlaufes zwischen Dyhernfurth (Brzeg Dolny) und Lebus (Lubiąż) ist hier zu finden: http://www.hausschlesien.de/oder/dyhernfurth_bis_leubus.html

Flusswanderungen sind eine schöne Sache, bei der Oder ist es nur leider so dass man kaum etwas von ihr sieht. Alles was an Wegen mit dem Rad halbwegs befahrbar ist liegt zu weit weg oder Wald versperrt die Sicht. Deshalb haben wir uns gefreut, zwischen Dyhernfurth (Brzeg Dolny) und Auras (Uraz) den Fluss noch ein mal zu Gesicht zu bekommen (Wegpunkt im Tracklog). Danach versteckt sie sich wieder fast bis Breslau.

In Auras (Uraz) verlassen wir dann die Oder bis wir die Vororte von Breslau erreichen. An Sehenswertem gibt es in diesem Dorf eine Kirche und eine Schlossruine.

In Ransern (Rędzin), einem Vorort von Breslau, erreichen wir wieder die Oder. Es ist erstaunlich wie weit man sich einer solch großen Stadt wie Breslau nähern kann ohne viel befahrene Straßen benutzen zu müssen. Hier wird sich das, zumindest teilweise, bald ändern. Südlich von Ransern ist aktuell der neue Breslauer Ring im Bau. Der Highway wird dem Sinn des Wortes gerecht, die Pfeiler deuten auf eine Hochstraße hin. Vielleicht kann man dem Track weiterin ohne nennenswertes Verkehrsaufkommen folgen, mit der Ruhe wird es dann aber vorbei sein.

Der zweite Vorort in Richtung des Zentrums von Breslau ist Oswitz (Osobowice). Hier verlassen wir endgültig die ländliche Gegend und fahren ostwärts auf der Oswitzer Straße (Osobowicka), einer weniger frequentierten Einfallstraße, weiter Richtung Zentrum.

An der Rosenthaler Brücke (most Trzebnicki) biegt man rechts auf diese ab und überquert die alte Oder (Stara Odra) und den Stadtkanal (Kanał Miejski). Weiter geht es südlich, über die Oder kommt man auf der Werderbrücke (most Pomorksi). Es sind eigentlich zwei Brücke, da es über eine Insel auf der Oder geht. Alternativ wäre auch die ca. 100 Meter weiter östlich gelegene Universitätsbrücke möglich, diese ist jedoch wesentlich stärker befahren. Nach Passieren der Werderbrücke ist man bereits in der Altstadt (Stare miasto) von Breslau. Hält man sich danach südlich kann man den Marktplatz (Rynek) mit dem Wahrzeichen der Stadt, dem Rathaus. Die wesentlichen Sehenswürdigkeiten sind in Laufweite.

Der Campingplatz befindet sich in nordöstlicher Richtung vom Zentrum. Man sollte auf jeden Fall die sehr stark befahrene Kaiserbrücke (most Grunwaldzki) meiden. Selbst die im Track enthaltene Lessingbrücke (most Pokoju) ist noch schlimm genug. Besser wäre der Weg über die Sandbrücke (most Piaskowy) und die Dombrücke (most Tumski) gewesen, der über die Sandinsel (Piasek Wyspa) führt. In 2007 hatten wir aber leider noch kein Navi dabei, es ist mal wieder spät geworden und wir hatten es deshalb eilig. Zur Not tut es auch die Straßenbahn, es gibt eine Station in unmittelbarer Nähe zum Zeltplatz am Stadion und mir ist in Polen noch nie die Mitnahmen eines Fahrrades incl. Packtaschen in einer Straßenbahn verweigert worden.
Am Stadion, PFCC-Nr. 117 51-612 Wrocław Paderewskiego ++48 713484651
Es ist einfach zu außergewöhnlich als dass man es nicht noch einmal wiederholen könnte, gemeint sind die auffallend bunten Häuser. Ich bin wirklich schon viel herumgekommen, und habe auch schon andere grell angestrichene Gebäude gesehen. Die in Dyhernfurth zu bestaunenden Gebäude stellen aber alles vorher Gesehene bei Weitem in den Schatten. Obwohl es in dem Ort eine Brücke gibt müssen die Bewohner die Fähre benutzen um auf die andere Seite der Oder zu kommen; die Brücke ist nur für Züge. Auch wenn die Fähre nicht danach aussieht, sie befördert selbst kleinere LKW über den Fluss. Schloss und Rathaus sind de facto identisch, das Rathaus ist in der vorderen, der Hauptstraße zugewandten Seite des Schlosses untergebracht.
Bereits die erste Ortschaft nach der Abfahrt lässt erahnen, dass man an diesem Tag den Eindruck mitnehmen wird dass in Niederschlesien an vielen Stellen die Uhr um 50 Jahre zurück gedreht erscheint.
Der Eindruck in die Vergangenheit zurückversetzt worden zu sein wird nur an wenigen Stellen durch ein paar Farbkleckse relativiert. Was aus der Ferne passabel aussieht erweist sich meist bei näherem Hinsehen als dass lediglich der Pinsel in die Hand genommen wurde. Die Farbe blättert bereits wieder ab, eine richtige Sanierung fehlt, zumindst in den ländlichen Gegenden.
Etwa 2 Kilometer weiter östlich vom Zisterzienserkloster in Lebus kommt man an dieser alten Windmühle vorbei.
Die Oder kurz vor Leubus (Lubiąż).
Fortsetzung der ländlichen Idylle auf der endlich richtigen Fahrtrichtung nach Osten etwa 5 km hintern Liegnitz (Legnica). Die Straßen sind wirklich so leer wie sie auf den Bildern aussehen.
Mit Informationen zu diesem phantastischen Gebäudekomplex könnte man ohne Weiteres Seiten füllen. Da dies bereits an anderen Stellen geschehen ist verweise ich nur. Einen Einstieg findet der Interessierte hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Leubus
Eine der wenigen Stellen an denen man mal einen Blick auf die Oder hat. Wir befinden und hier weit hinter Dyhernfurth (Brzeg Dolny) und fast schon in Auras (Uraz).
In diesem kleinen Nest findet man die obligatorische Kirche, mit einer Schlossruine hatten wir jedoch nicht gerechnet.
Ransern ist bereits ein Vorort von Breslau. Gleich am Ortseingang findet man etwas was vor noch gar nicht so langer Zeit völlig undenkbar gewesen wäre: Eine Deutsche Gedenktafel. Die verkehrsarme Annäherung an die Großstadt Breslau erkauft man sich mancherorts mit schlechtem Straßenbelag. Dies mag aber teilweise an den Baumaßnahmen für den neuen Breslauer Ring liegen, die alten Straßen sind den Baufahrzeugen einfach nicht gewachsen. Wir erreichen wenige hundert Meter südlich von Ransern wieder die Oder, genau dort wo der Ring den Fluss überqueren wird. Ab dort geht es zunächst noch in beschaulicher Manier weiter.
Oswitz ist der letzte Vorort bevor wir nach Breslau hineinfahren und die ländliche Gegend endgültig verlassen.
Die hier gezeigten Bilder der Schlesischen Metropole stammen ausnahmslos nicht von der Radtour. Ich war schon sehr oft dort, das erste Mal vor über 20 Jahren. Es ist mir ein Anliegen einmal Bilder zu zeigen die man wahrscheinlich nicht bei Panoramio usw. findet, die aber darlegen dass Breslau auch im Winter seine Reize hat. Oder bereits vor der Wendezeit hatte wo die heute als fast abgeschlossen zu bezeichnende Renovierung der Altstadt nicht einmal begonnen war.

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