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39,04 nm

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bei Mühlendorf, Nordrhein-Westfalen (Deutschland)

BLB-Kanutour 2012
Eine sehr schöne Tour, die alle, die Vorurteile über das Ruhrgebiet haben, schnell eines besseren belehren wird. Zwar merkt man durch Autobahn- und Bahnbrücken, dass die Zivilisation ganz in der Nähe ist, hat aber doch oft ein tolles Gefühl von Natur.
Eher enge Stellen wechseln sich ab mit insgesamt vier Stauseen, die durchfahren werden. Sehr schön waren auch die drei Besichtigungen an Land, die ganz unterschiedliche Seiten des Ruhrgebiets zeigten: DIe Führung durch Hattingen zeigte die mittelalterliche Geschichte und dass es auch echte Fachwerksidylle im Ruhrgebiet gibt, die Zeche Nachtigall in Witten zeigte die Bedeutung von Industrialisierung und Bergbau und bot einen echten Eindruck von der Arbeit unter Tage an, während die Villa Hügel zeigte, wie man mit der ganzen Industrialisierung Unmengen an Geld erwirtschaftet und was man damit bauen kann.
Auch wenn die Ruhr meistens ruhig fließt (und in den Stauseen eher gar nicht), kommen auch die auf ihre Kosten, die es gerne etwas flotter mögen - durch die Bootsrutschen und durch den ersten Tag auf der Lenne.

Zur Schwierigkeit (bezogen auf die Befahrung in offenen Canadiern): Die Ruhr zwischen Hagen und Essen ist für Kanuten grundsätzlich als leicht zu bezeichnen. Gibt nur wenige Stellen mit stärkerer Strömung und ein paar wenige harmlose Stromschnellen. Drei Ausnahmen kann ich für die Ruhr anführen:
- Das Anlanden am Steg beim Verein in Steele (3. Übernachtung) ist bei der starken Gegenströmung alles andere als einfach (schwankt laut Angaben der Vereinsmitglieder zwischen nicht einfach, schwer und sauschwer), wenn man nicht einige Kanuerfahrung hat.
- Die zahlreichen Bootsrutschen sind ein echtes Highlight, hier ist auch niemand von uns gekentert (auch wenn wir andere Kanuten kentern sahen), aber natürlich sollte man anhand des Wasserstands und des eigenen Vermögens beurteilen, ob man sie befährt oder lieber treidelt. Laut Kartenmaterial waren ein oder zwei der Gassen für Kanuten eher nicht empfohlen oder nur für Profis, wir fanden sie allerdings alle unproblematisch. Die eigentliche Kentergafahr besteht ja auch direkt nach der Bootsrutsche. Am besten mit ein paar starken Schlägen zügig weiterfahren, das kann manches Kentern am Ende einer Bootsgasse verhindern.
- Wirklich gestöhnt haben wir, als wir auf zwei der Stauseen (Harkortsee und Kemnader See) starken Gegenwind hatten. Als es am extremsten war, konnte man mit "normalem" Paddeln gerade erreichen, dass man auf der Stelle blieb, nur mit sehr viel Kraft kam man langsam vorwärts. Das ist natürlich nicht immer so, aber da man die Seen als Kanute sicher in Fahrtrichtung befährt (von Ost nach West) und wir in Deutschland oft Westwind haben, kommt so starker Gegenwind bestimmt ab und an mal vor.

Deshalb habe ich die Tour allerdings nicht als schwer eingestuft, das lag vor allem am ersten Tag, die Lenne kann es in sich haben. Macht viel Spaß, sind aber auch einige gekentert, ein Kanu ganze vier Mal innerhalb relativ kurzer Zeit. Stromschnellen würde ich als WW1 und teilweise auch WW2 bezeichnen, auch bleibt man manchmal auf Grund liegen - das ist natürlich alles sehr wasserstandsabhängig. Nach Sommerwochen ohne Regen ist dieser Abschnitt vermutlich gar nicht zu befahren.
Ich fand's toll, ein bisschen Wildwasserfeeling, was aber auch mit Canadiern noch geht.

Auch wenn ich versucht habe, bei allen Umtragestellen, den richtigen Weg nachzuzeichnen, empfehle ich eine solche Tour mit Kartenmaterial von Jübermann vorzubereiten.

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