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375,66 km

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bei Garmisch, Bayern (Deutschland)

Eine Transalp für ambitionierte Einsteiger und insbesondere auch für Kindern bedarf der besonderen Planung. Mit ca. 375km und etwa 7000Hm auf dieser nicht zu schweren aber abwechslungsreichen Route hatten unsere Tochter (10 Jahre) und unser Sohn (12 Jahren ) mit bequemen sieben Etappen (+1 Pausentag) viel Spaß und waren am Ende zu recht stolz auf ihre Leistung. Sicher ließe sich die Tour für trainierte Biker auch in 5-6 Tagen bewältigen.

Zur Planungsidee: Einerseits schieden Routen mit zu vielen Höhenmetern aus, andererseits war für uns das bloße abradeln einer Claudia Augusta durch das mäßig interessante Brennertal zu unbefriedigend. Und noch ein Aspekt war wichtig: Da die hier vorgeschlagene Route nicht durch einsame Bergtäler führt, lässt sich im Falle einer Krankheit, eines Sturzes oder eines unüberbrückbaren Motivationslochs im Notfall auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen (z.B. Radbus von Pfunds nach Nauders), worauf wir glücklicherweise nicht zurückgreifen mussten.

Zur Route: Deshalb haben wir uns für eine Routenführung entschieden, die sich nur grob an der klassichen , "leichten" Claudia Augusta orientiert:

Von Garmisch bis Imst zunächst wie üblich "untenrum" nach Ehrwald dann auf dem Mountainbike/Wanderweg auf Schotter zur Fernpassanhöhe und spektakuläre Abfahrt auf der alten Römertrasse.Wer es hier knackiger möchte kann auch über den Eibsee und die Zugspitzstrecke nach Ehrwald kommen.

Nach Pfunds geht es im bequem auf kleinen Straßen und Waldwegen. Der Alpenhauptkamm wird abseits der Normalroute autofern nicht auf der Reschenpassstraße, sondern ein paar Kilomter weiter auf der Waldweg/Wanderwegroute über den Schwazensee gequert (inkl. 1,5 km Schiebepassage auf Bergwegen).

Nach Meran geht es dann wieder klassisch auf dem wunderschön angelegten und top ausgebauten Radweg 80km fast immer bergab durch das Etschtal. Die Kids waren begeistert. Ich würde das nächste mal bis Lana weiterfahren. In Algund bei Meran trugen die ersten 5 Vermieter die Nase recht hoch und wir hätten für eine Nacht fast kein Quartier bekommen, trotz freier Zimmer.

Dann Richtung Bozen aber nicht weiter durchs Brennertal sondern durch unzählige Apfelplantagen und Weinfelder zum Kalterer See mit Station im wunderschönen Tramin. Anschließend wieder abwärts nach Mezzocorona und recht anstrengend (und leider auch mit etwas verkehrsreicherer Passstraße garniert) zum Molvenosee unterhalb des Brentagebirges.

Von dort führt die Route über kleine italienische Bergdörfer in ein kleines verlassenes Tal, in dem man einsam auf Feldwegen und den letzten 1-2km Wanderwegen (Schiebepassage) auf eine Anhöhe hinter Tenno klettert, bevor man den Lago di Garda in Sicht mehr als 1000Hm abwärts in Bewegungs- und Bremswärmeenergie umsetzt und nach Arco bzw. einen der Nachbarorte Riva oder Torbole einrollt. Die Abfahrt oberhalb von Tenno haben wir auf Teer gelegt, um am Ende nichts mehr zu riskieren. Hier wären auch Trailvarianten denkbar.

Die Etappenorte unserer Route waren bei uns (1) Tarrenz bei Imst, (2) Pfunds (3) Reschen (4) Algund bei Meran, (5) Tramin hinter dem Kalterer See (6) Mezzocorona (nur 20km, Pausentag) (7) Molveno vzw. Lago Nembia (8) Arco

Zur Ausrüstung: Trekkingräder sind für die Tour keinesfalls ausreichend, es müssen schon Mountainbikes sein. Meine Tochter hat die Tour aber gut mit einem einem Bike der unteren Mittelklasse bewältigt, mein Sohn mit einem vollständig ungedämpften 14 Jahre alten MTB. Zwei Transalper unterwegs mit Karbonrahmen und F*xdämpfer vorn und hinten haben jedoch riesengroße Augen gemacht, als meine beiden mit ihren Rädern aus dem Wald auf einer Passhöhe ankamen ;-), deren Bewältigung sie daheim wohl mit als Rechtfertigung ihrer 4000€ Investition ansahen. Meiner Ansicht nach wird die Equipmentfrage bei Transalps viel zu sehr übertrieben.

Noch eine zweiten Frevel haben wir begangen: Da meine 10-jährige Tochter keine Gepäck transportieren sollte, haben wir auf zwei Fahrrädern hochwertige Satteltaschen eingesetzt, da in Rucksäcken nicht genug Platz gewesen wäre. Auf den Schiebepassagen und Mountainbikeabfahrten war dies natürlich hinderlich aber auf dieser Route soeben noch akzeptabel.

Insgesamt eine sehr empfehlenswerte Tour für ambitionierte Einsteiger und Genießer. Bester Beweis: Wir waren anschließend noch zwei Wochen in der Schweiz und sind auch dort wieder Rad gefahren...

Wer Fragen zur Tour hat kann sich gerne an mich wenden!

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