Schwierigkeitsgrad   Leicht

Zeit  28 Minuten

Koordinaten 147

Uploaded 8. Mai 2016

Recorded Mai 2016

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94 m
57 m
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1,55 km

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bei Stadthagen, Niedersachsen (Deutschland)

Diese Route orientiert sich an den Stolpersteinen, die in Stadthagen in Gedenken an die Schicksale jüdischer Familien verlegt wurden. Doch wie funktional sind diese Stolpersteine als Erinnerungsmöglichkeit eigentlich? Diese Frage soll sich im Verlauf des Weges klären. Dafür sind nur einige von vielen Haushalten ausgewählt worden, die im Bezug zu dem jüdischen Kaufhaus Lion stehen.
  • Foto von Kaufhaus Lion
  • Foto von Kaufhaus Lion
  • Foto von Kaufhaus Lion
  • Foto von Kaufhaus Lion
  • Foto von Kaufhaus Lion
Hier war früher das Kaufhaus Lion, benannt nach dem Kaufmann Elias Lion. Er führte es mit Moritz Trautmann. Zusammen erreichten sie, dass ihr Kaufhaus damals das größte zwischen Minden und Hannover wurde. Ab 1933 kam es vermehrt zu Anfeindungen. Es gab Boykottaufrufe in der Parteipresse, Schmierereien an den Schaufenstern und versuchte Blockaden durch uniformierte NS-Parteimitglieder. Schließlich verkauften die Inhaber das Geschäft sowie das Grundstück, an den befreundeten Geschäftsführer des Hagemeyer's in Minden. Doch der Kauf wurde durch die Genehmigungspflicht der Nationalsozialisten erschwert, sodass das Geschäft bis in die 1950er Jahre unter dem Namen Thomas (Geschäftsführer von Hagemeyer) laufen musste, da die Einzelhändler sich vor einer hohen arischen Konkurrenz ängstigten. 1958 wurde es wieder zu dem heutigen Hagemeyer umbenannt. Wenn man das Gebäude auf den älteren Bildern betrachtet, erkennt man, dass es dort noch erheblich kleiner war als das heutig ausgebaute Kaufhaus. Auf dem Schaubild finden Sie näheres zu dem Leben von Elias Lion und seiner Schwester. Quelle Bild 2: http://www.jüdische-gemeinden.de/images/StadthagenKaufhLion.jpg Quelle Bild 3: http://stadthagen-synagoge.de/media/pdf/Finale%20Version%20Broschuere%20Langfassung%20Biographien%20Stand%2010.11.2013%20%28Webversion%29.pdf
  • Foto von Familie Trautmann
  • Foto von Familie Trautmann
  • Foto von Familie Trautmann
  • Foto von Familie Trautmann
  • Foto von Familie Trautmann
In diesem ansehnlichen Haus wohnte die Familie Trautmann, also die Mitinhaber des Kaufhauses Lion und ihr Mitbewohner Herbert Jonas, der dort arbeitete. Näheres dazu ist im Schaubild zu finden. Auf den Bildern 3 und 4 ist unter anderem Moritz Trautmann bei seiner Abführung in das KZ Buchenwald zu sehen. Heute werden in dem Haus u.a. Büro- und Praxisräume vermietet. Quelle Bild 3+4: http://stadthagen-synagoge.de/media/pdf/Finale%20Version%20Broschuere%20Langfassung%20Biographien%20Stand%2010.11.2013%20%28Webversion%29.pdf
  • Foto von Familie Rosenfeld
  • Foto von Familie Rosenfeld
  • Foto von Familie Rosenfeld
  • Foto von Familie Rosenfeld
In diesem Haus wohnte die Familie Rosenfeld. Bertha und Moses Rosenfeld hatten elf Kinder. Zwei Söhne starben als Soldaten im Ersten Weltkrieg. Mehrere ihrer Kinder und Enkel flohen vor der nationalsozialistischen Verfolgung ins Ausland. Dort leben wahrscheinlich noch Nachkommen der Familie. Heute wird das Haus weiterhin als Wohnhaus genutzt. Auf den Schaubildern finden Sie näheres zu dem Ehepaar Rosenfeld sowie etwas zu den bekannten Schicksalen ihrer Kinder.
  • Foto von Familie Goldschmidt
  • Foto von Familie Goldschmidt
  • Foto von Familie Goldschmidt
Adolf und Malchen Goldschmidt lebten als kinderloses Ehepaar in der Obernstraße 26. Adolf war Pferdehändler und übernahm den Beruf und das Geschäft des Vaters. Viele jüdische Mitarbeiter vom Kaufhaus Lion lebten bei ihnen. Ab 1939 wurden ihr Haus eines der Judenhäuser in Stadthagen, wo die ganzen Juden aus Stadthagen bis zu ihrer Deportation lebten. Im Jahre 1942 wurden sie mit den anderen Juden in das Warschauer Ghetto gebracht; hier verliert sich ihre Spur und somit wurde ihr Tod auf den 8 Mai 1945 festgelegt. Ermittelte Erben bekamen das Haus im Zuge der Rückerstattung wieder und verkauften es an das Ehepaar Gerhard. Heutig befindet sich ebenfalls ein Geschäft dort.
  • Foto von Familie Wolf
  • Foto von Familie Wolf
  • Foto von Familie Wolf
Im Gegensatz zu den vorigen Haushalten arbeitete diese Familie nicht im Kaufhaus Lion, sondern arbeitete in ihrer eigenen Firma für Leder- und Schreibmaschinenhandel. Wenn man dieses Geschäft als Schlussvergleich zu Lion heranzieht, erkennt man das es ebenfalls in der NS-Zeit boykottiert wurde und die Besitzer zum Verkauf gezwungen wurden. Im Gegensatz zu einem großen Kaufhaus, hatten die Boykotte größere Auswirkungen. In beiden Fällen stellte sich ein Verkauf nicht als einfach heraus, wegen Enteignungsrechten des Reiches. Nach den Rückerstattungen nach dem Krieg verkauften die am nächsten stehenden Verwandten das Haus an den gewünschten Kaufpartner Breuer, dessen Geschäft sich heute noch dort befindet. Erinnern Sie sich noch an die Anfangsfrage über die Funktionalität solcher Stolpersteine? Reichen sie als kleiner Denkanstoß auf dem alltäglichen Weg aus oder werden sie, auf Grund der Größe und der wenigen Informationen, einfach übersehen? Über eine Antwort in den Kommentaren freuen wir uns sehr! Wenn Sie weiteres Interesse zu dem Thema haben, schauen Sie mal hier: http://stadthagen-synagoge.de/pages/geschichte/geschichte-der-juden.php

Kommentare

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