Fahrzeit  54 Minuten

Zeit  2 Stunden 12 Minuten

Koordinaten 738

Hochgeladen 9. Februar 2020

Aufgezeichnet Februar 2020

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160 m
144 m
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1,2
2,5
4,91 km

angezeigt 12 Mal, heruntergeladen 0 Mal

bei Agios Kassianos, Eparchía Lefkosías (Cyprus)

Im Norden, wie im Süden Nikosias gibt es eine ausgeschilderte Tour durch die Stadt. Diese wird auf Wikiloc häufiger zum download bereit gestellt. Wir schlagen hier eine etwas andere Tour vor. Natürlich wandern wir ebenfalls die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an. Jedoch begehen wir zum Teil Straßen und Gassen, die man sonst nicht so sehen würde. Es zeigt das Bild der Stadt vielleicht noch etwas "intensiver". Grüße D_double_U

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Das Lefkosa (sprich: Lefkoscha) kein Touristenmagnet ist, hat durchaus seine Vorzüge, zeigt es doch das unverfälschte Gesicht einer umtriebigen türkisch-zyprischen Großgemeinde. Die sonst überall präsenten und nicht selten lästigen touristischen Rituale konnten hier nie so recht gedeihen. So buhlt niemand zu überhöhten Preisen um die flüchtige Gunst durchreisender Besucher, keine Buskarawanen verstellen den Blick auf Sehenswürdigkeiten. Eigentlich erstaunlich, denn der türkisch-zyprische Sektor der Stadt kann mit einigen Glanzpunkten aufwarten. Doch sollten sich Besucher mit etwas Geduld, einer passablen Kondition und nützlichen Orientierungshilfen ausstatten, um dem eigentümlichen Charakter der "walled city", der umwallten Altstadt, nachspüren zu können. Nur hier, auf dem historischen Gelände der Stadt, werden wir uns bewegen. Die Entfernungen sind gering: vom nördlichen Zugang am Girne Tor bis zur Sektorengrenze im Süden von Türkisch-Nicosia sind es gerade 900 Meter und vom westlichen Wall zum östlichen nicht mehr als 1.300 Meter. Eine Besichtigung zu Fuß ist also möglich und sie ist gewiss die reizvollste Art und Weise, diese alten Stadtviertel kennen zulernen, allerdings mit einer Einschränkung: im Juli und August sollte man von einer Erkundungstour absehen, liegen doch Nicosias Temperaturen in der Regel noch vier bis fünf Grad über denen der Urlaubszentren um Girne und Gazi Magusa.

Quelle: https://www.schwarzaufweiss.de
Parkplatz

Parkplatz Start

Nur wenige Meter vom Girne-Tor entfernt befindet sich ein Parkplatz (100 m östlich) von dem aus Sie Ihre Tour starten können.
Information

Girne Tor

Für die mehrstündige Besichtigung ist das Girne Tor ein geeigneter Ausgangspunkt. Wir werden nach unserem Rundgang hierher zurückkehren. Das Tor beherbergt jetzt ein gut sortiertes "Tourism Information Center" mit nützlichen Unterlagen über die Stadt. "Porta del Proveditore", wie die venezianischen Machthaber den gedrungenen Bau nannten, war der einzige nördliche Zugang durch den mächtigen Stadtwall, den die Venezianer in einem bravourösen Kraftakt 1567/68 aus dem Boden gestampft hatten. Von ihren Vorgängern, den "fränkischen" Königen des Hauses Lusignan, war Nicosia zur prachtvollen, von unzähligen zeitgenössischen Reisenden überschwänglich gepriesenen Residenzstadt umgestaltet worden. Auch sie legten eine Stadtbefestigung an, keine Wälle, sondern hohe, steile Mauern, verstärkt durch Türme, die ein deutlich größeres Areal umschlossen als der spätere venezianische kreisrunde Wall. Die "fränkischen" Neuankömmlinge gaben der Stadt den Namen "Nicosia". Dagegen beharrte die griechische Bevölkerungsmehrheit auf "Levkosía", wie schon zu Zeiten, als Zypern eine Provinz des Byzantinischen Reiches gewesen war. In jener Epoche, nach Mitte des 10. Jahrhunderts, lief die kleine, unbefestigte Stadt in relativ sicherer Binnenlage Constantia (Salamis) an der Ostküste den Rang ab und wurde Inselhauptstadt. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Museum

Mevlevi Museum

Relikte aus byzantinischer Zeit sind kaum noch anzutreffen, wogegen Bauten der Osmanen noch recht häufig ins Auge fallen, so wenige Schritte vom Girne Tor der frührere Kultort des Ordens der "Tanzenden Derwische", das heutige Mevlevi Museum. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Der einstöckige, von sechs Kuppeln überwölbte Bau an der Girne-Straße war bis Mitte der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts die Heimstatt des Sufi-Ordens der „Tanzenden Derwische“ in Zypern. Als das Kloster wegen Nachwuchsmangels schließen mußte, plädierten weitsichtige Planer für eine Umwidmung der Anlage zu einer Erinnerungsstätte des Derwischordens mit integriertem volkskundlichem Museum. So wurde Besuchern die seltene Gelegenheit zu einer faszinierenden Begegnung mit der geheimnisumwitterten islamischen Bruderschaft der „Tanzenden Derwische“ geboten und sie erhielten Einblicke in das türkisch-zyprische Alltagsleben vergangener Zeiten. Nach umfangreichen Renovierungen und Ausgliederung der volkskundlichen Exponate öffnete das Haus am 17. Dezember 2002, dem Todestag des Ordensstifters Mevlana Celaleddin, seine Pforten als reines Ordensmuseum. Wahrscheinlich steht das ehemalige islamische Kloster aus dem 17. Jahrhundert an der Stelle eines Vorläuferbaus, den die neuen, osmanischen Machthaber bald nach der Eroberung Zyperns errichtet hatten. Es entwickelte sich während der osmanischen Zeit zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum, in dem die Tradition des mystischen Islam (Sufismus) fortlebte. Als im Zuge der Säkularisierungsvorhaben der jungen türkischen Republik unter Kemal Atatürk im Jahre 1925 die Derwisch-Klöster geschlossen wurden, blieb die Anlage in Nicosia davon unberührt. Die britische Kolonialadministration stellte es den zyprischen Muslimen frei, den türkischen Reformen zu folgen oder die vertrauten Gewohnheiten und Institutionen beizubehalten. Man betritt die Anlage durch einen Torbogen mit einer darüber angebrachten Huldigung an den Stifter des Ordens, Mevlana Celaleddin-i Rumi. Der türkischstämmige Sufi war 1217 mit seiner Familie vor den heranstürmenden Mongolen aus Balkh im heutigen Afghanistan nach Westen geflohen, betrieb hier intensive Studien und wirkte im türkischen Konya als Prediger. Die Begegnung mit einem Wanderprediger aus Täbriz gab seinem Leben die entscheidende Wendung: der charismatische Fremde aus Persien öffnete ihm die Tore zur Mystik und Poesie, zur Musik und zum Tanz und weckte in ihm den Gedanken an die Gründung einer Bruderschaft. Sein Sohn Veled nahm die Idee auf und rief die ersten Gemeinschaften „Tanzender Derwische“ ins Leben. Alte Grabsteine eines aufgelassenen Friedhofs begleiten den Weg über den Hof zum Eingang des Hauptraums, den das zwei Stufen unter dem Raumniveau angelegte Oval der Tanzfläche (türk.: semahane) dominiert. Niedrige Balustraden trennen die Fläche von den Zuschauerplätzen. Das Orchester nahm auf einer hölzernen Empore Platz und begleitete von hier oben die Tänzer. In die nach Mekka gerichtete Südwand des Tanzraumes ist die mit zierlichen Olivenzweigen und dem kalligraphischen Spruch „Wir sind hier zusammengekommen, um Dir zu Ehren Gebete zu singen“ ausgeschmückte Gebetsnische (mihrab) eingelassen. Historische Fotos und Reproduktionen osmanischer Miniaturen sowie kunstvoll geschriebene Auszüge aus dem 26.000 Verse umfassenden Hauptwerk „Mesnevi“ (persisch: „Mathnawi“), einer Sammlung mystischer Ideen und volkstümlicher Erzählungen des Meisters, vermitteln einen Einblick in die fremde Welt der „Tanzenden Derwische“. Alte Gebetsteppiche und die typischen Musikinstrumente des Ordens, dazu Derwischfiguren in natürlicher Größe in ihren Originalgewändern vertiefen das Bild. Die einzige noch erhaltene Mönchszelle links des Eingangs erlaubt einen Blick in das Alltagsleben eines Derwischs. Man sieht einen Tisch, Kochgeräte und andere Utensilien. Neben dem Mihrab führt ein enger Durchgang in das Mausoleum. Hier sind die mit steinernen Nachbildungen der für den Orden so charakteristischen Kamelhaarkappen gekrönten sechzehn Sarkophage (vielmehr: Kenotaphe = leere Grabmale) der früheren Scheichs dieser Ordensstätte aufgereiht. Im dem langgezogenen, durch Bögen sechsfach unterteilten Trakt parallel zur Girne-Straße ruht ganz am Ende, im einzigen Doppelgrab, mit seiner Lebensgefährtin der Scheich Fevzi Dede, der die Koransure am Girne-Tor anbringen ließ und im ersten Sarkophag, gesehen vom „semahane“, soll das letzte amtierende Oberhaupt (1934 – 1955), Selim Dede, seinen Ruheplatz haben. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Unterkunft

Valide Hanim Konak Hotel

Dieses Hotel haben wir nur wegen der schönen, noch gut erhaltenen Aussenfassade aufgenommen. Es ist kein Übernachtungsvorschlag.
Building of interest

Die historischen Häuser von Samanbahce

Im Frühjahr 2004 wurde die Renovierung dieses ungewöhnlichen Stadtquartiers abgeschlossen. 1 Mio. Dollar aus EU-Kassen und die organisatorische Unterstützung durch das UNDP (United Nations Development Programme) und die islamische Vakiflar-Stiftung schufen dafür die Voraussetzungen. Samanbahçe ist eine weiträumige, autofreie Wohnanlage, die sich in fünf Reihen parallel zur Girne-Straße hinzieht und von rund 180 zumeist älteren Menschen bewohnt wird. Ihr Grundstein wurde um das Jahr 1894 auf Initiative des Vakiflar-Repräsentanten Musa Irfan Bey gelegt, um dem wachsenden Wohnungsbedarf einkommensschwacher Schichten zu genügen – wenn man so will als eine frühe Form des sozialen Wohnungsbaus. Wie der von Horatio Herbert Kitchener und seiner Crew 1881/85 entworfene Stadtplan von Nicosia zeigt, war das Gelände unbebaut. Hier wuchsen Obstbäume, wurde Gemüse angepflanzt. Die einstöckigen Häuserreihen sollten die vertraute enge Nachbarschaft bewahren helfen und ganz bewußt hielt man sich an die klimatisch bewährte „mud brick“/Lehmziegel–Bauweise. Man verputzte und strich die Wände und deckte die leicht geneigten Dächer mit roten Ziegeln. Die Böden wurden mit „Kiraciköy-Platten“ ausgelegt, dem ebenso einfachen wie preiswertem zyprischen Marmor. Den englischen Kolonialbehörden diente das Projekt später als Vorbild für ähnliche Siedlungen in den Vororten Küçük Kaimakli und Ortaköy. Im Frühjahr 2004 wurde die Renovierung dieses ungewöhnlichen Stadtquartiers abgeschlossen. 1 Mio. Dollar aus EU-Kassen und die organisatorische Unterstützung durch das UNDP (United Nations Development Programme) und die islamische Vakiflar-Stiftung schufen dafür die Voraussetzungen. Im Zuge der Renovierung erhielten die 72 Wohneinheiten von je 85 m² Grundfläche moderne Installationen und wo die Bausubstanz bröckelte, wurde nachgebessert. Der ursprüngliche Bauentwurf blieb erhalten. So sieht man an einigen nicht verputzten Stellen noch die alten „mud bricks“ und die massiven Holztüren sind wie früher von goldfarbenem Sandstein gerahmt und selbst als Hausnummern im Türsturz sind die alten arabischen Ziffern geblieben. Im Mittelpunkt der Anlage liegt ein von einer Kuppel überdeckter, heute nicht mehr genutzter Brunnen des früheren Wasserversorgungsnetzes, das aus dem Hügelgelände südwestlich der Stadt gespeist wurde. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Building of interest

Atatürk Platz mit Granit Stehle

Nach kurzem Marsch mündet die Girne-Straße auf den traditionsreichen Atatürk Platz mit seiner dekorativen Granitsäule. Einst von den Venezianern als Zeichen ihrer Herrschaft über Zypern aufgerichtet, wurde sie von den Osmanen um ihren geflügelten Markus-Löwen gebracht, den die Engländer sehr viel später durch eine kupferne Weltkugel als ihrem Herrschaftszeichen ersetzten. Am Rande des Platzes liegt das Saray-Hotel. Besucher fahren gerne mit dem Lift zur Dachterrasse hinauf und genießen den freien Blick über beide Teile der Stadt und das Umland. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Building of interest

Supreme Court

Der Oberste Gerichtshof ist das höchste Gericht in der Republik. Es besteht aus dreizehn Richtern, von denen einer der Präsident ist. Der Oberste Gerichtshof hat folgende Zuständigkeiten Berufungsgericht Der Oberste Gerichtshof ist zuständig für die Verhandlung und Entscheidung aller Berufungen der unteren Gerichte in Zivil- und Strafsachen. Die Berufungen werden von einem aus drei Richtern bestehenden Gremium gehört. Die Verhandlung der Berufung basiert auf dem Protokoll des Verfahrens, das im unteren Gericht geführt wird. Der Oberste Gerichtshof hört nur in Ausnahmefällen und unter sehr seltenen Umständen Beweismittel an. In Ausübung seiner Berufungskompetenz kann der Oberste Gerichtshof die angefochtene Entscheidung bestätigen, abändern oder aufheben oder eine Wiederaufnahme des Verfahrens anordnen. Überprüfung von Verwaltungsentscheidungen Der Oberste Gerichtshof hat die ausschließliche Zuständigkeit für alle Rechtsmittel, die gegen eine Entscheidung, Handlung oder Unterlassung von Personen, Organen oder Behörden, die Exekutiv- oder Verwaltungsbefugnisse ausüben, eingelegt werden. Eine Entscheidung, eine Handlung oder eine Unterlassung kann mit der Begründung aufgehoben werden, dass sie über die dem Verwaltungsorgan übertragenen Befugnisse hinausgeht, diese missbraucht oder gegen die Bestimmungen der Verfassung verstößt. Prärogative Schriften Der Oberste Gerichtshof hat die ausschließliche Zuständigkeit für den Erlass der Prärogativurkunden Habeas Corpus, Mandamus, Certiorari, Quo Warranto und Prohibition. Admiralität Der Oberste Gerichtshof hat die ursprüngliche und die Berufungsgerichtsbarkeit in Admiralitätsfällen. In der ersten Instanz wird der Fall von einem Einzelrichter des Obersten Gerichtshofs gehört, und in der Berufungsinstanz wird der Fall vom gesamten Richterstuhl behandelt. Wahl-Petitionen Als Wahlgericht hat der Oberste Gerichtshof die ausschließliche Zuständigkeit für die Anhörung und Entscheidung von Anträgen zur Auslegung und Anwendung der Wahlgesetze. Verfassungsrechtliche Angelegenheiten Der Oberste Gerichtshof ist für die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes oder eines Macht- oder Kompetenzkonflikts zwischen den Organen oder Behörden der Republik zuständig. Darüber hinaus hört und entscheidet der Oberste Gerichtshof über alle vom Präsidenten der Republik eingelegten Rechtsmittel hinsichtlich der Vereinbarkeit eines vom Repräsentantenhaus erlassenen Gesetzes mit der Verfassung.
Sakralbau

Arabahmed Moschee

Die Zentralkuppelmoschee im klassischen hochosmanischen Stil ist das Herz des gleichnamigen Altstadtviertels. Nach ihrer gründlicher Renovierung und behutsamer Neugestaltung des Moscheegeländes, sind ihre klaren, einfachen Linien wieder ungestört zu besichtigen. Wann die Moschee gebaut wurde, ist erstaunlicherweise nicht belegt. Einiges spricht für das späte 17. Jahrhundert. Auch über einen Vorläuferbau (wahrscheinlich eine Kirche) herrscht Unklarheit. Dagegen weiß man von Erhaltungsarbeiten im Jahre 1845 und erneut 1955. Kunstvolle Fenstergitter sind der einzige, bescheidene Schmuck der strengen Fassade. Ein offener Vorraum, der von drei Kuppeln überspannte und durch Bogenreihen gestützte Portikus, der bei Überfüllung oder auch Zuspätkommenden Platz bietet, ist der Moschee vorgelagert. Das schlanke, zylindrische Minarett vor der Nordwestecke, auf mächtigem, viereckigen Sockel ruhend, trägt im oberen Drittel die "klassische" Ringgalerie (serefe) und schließt mit einer metallbeschlagenen, konischen Spitze ab. Mit einer Spannweite von 11,50 m überwölbt eine hemisphärische Kuppel den mit Teppichen ausgelegten Betraum. Der marmorne Mihrab (die Gebetsnische des Vorbeters oder Imams) und der mit einem Baldachin überdachte Mimber, d. i. die Kanzel für die Freitagspredigt sowie die von vier Marmorsäulen getragene Frauenempore akzentuieren sparsam den Gebetsort, der nach muslimischem Verständnis von keinem Gegenstand verstellt, nur freie Fläche für das Stehen und Knien, Sich beugen und Sich niederwerfen im Gebet sein soll. Unter den Teppichen verbirgt sich ein ungewöhnlicher Untergrund, Auslöser der Spekulationen über einen christlichen Vorläuferbau an dieser Stelle. Es sind dicht an dicht verlegte Grabsteine von im 14. Jahrhundert verstorbenen Angehörigen des fränkischen Adels, der damaligen Machtelite Zyperns. Für die vorgeschriebenen rituellen Waschungen vor dem Moscheebesuch, liegt auf dem Gelände ein überdachter Reinigungsbrunnen (sadirvan). Er ist umgeben von Grabstätten mehr oder weniger prominenter Verstorbener aus osmanischer und britischer Zeit. Ein antiker Säulenstumpf mit einer Inschrift in alttürkischer und englischer Sprache erinnert an den großen Sohn Zyperns, Mehmet Kamil Pascha, der vier Mal Großwesir des Osmanischen Reiches war und hier seine letzte Ruhestätte fand. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Building of interest

Arabahmet-Viertel

Hier, im Arabahmet-Viertel, soll nach den Vorstellungen der Stadterneuerer ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegen. Das ist auch verständlich, weist doch dieser Stadtteil wie kein anderer mit seinen zahlreichen zweigeschossigen Hofhäusern einen markanten osmanischen Haustyp auf. Ende des 19. Jahrhunderts hatte das Viertel Gestalt angenommen, als sich zyperntürkische und armenische Familien, Angehörige einer neuen städtischen Elite, hier ansiedelten und ihrer sozialen und wirtschaftlichen Stellung gemäße langlebige, großzügig ausgestattete Quartiere schufen. Das Arabahmet-Viertel zählt mit einer Fläche von 2,5 ha zu den kleineren Stadtteilen. Sieben Quartiere hatten die siegreichen Osmanen 1570 von den Venezianern übernommen, sie vorübergehend auf zwölf erweitert und der Stadt schließlich eine Grundordnung aus 25 nach ethno-religiösen Gesichtspunkten gegliederten Wohnquartieren und rein gewerblich genutzten Bereichen gegeben. Vierzehn Stadtteile waren überwiegend türkisch-zyprisch besiedelt, sieben griechisch-zyprisch, zwei galten als gemischte Viertel, eins bewohnten die katholischen Maroniten, ein anderes die Armenier. Diese nach ethnischen Kriterien vorgenommene Aufteilung der Stadt blieb vom 16. bis zum 20. Jahrhundert praktisch unverändert. Unter den Osmanen wurde das von dem griechischen "Levkosía" abgeleitete "Lefkosa" rasch geläufig. Nie zuvor erlebte fremdartige Gewohnheiten breiteten sich aus. Das abendländisch geprägte Nicosia nahm die Züge einer orientalischen Stadt an. Im 19. Jahrhundert wurden die militärisch nicht mehr verwendbaren Wallanlagen für die Bebauung freigegeben. Der damalige Bauboom und die rege Bautätigkeit der seit 1878 die Geschicke der Stadt bestimmenden Engländer gaben der Inselmetropole ihr endgültiges Gesicht. Als Zypern 1960 in die Unabhängigkeit entlassen wurde, lebten im damals noch ungeteilten Nicosia 45.490 Menschen unterschiedlicher ethnischer und religiöser Zugehörigkeit. Griechische Zyprer (25.458) und türkische Zyprer (14.772) stellten die beiden größten Volksgruppen. Die armenische Gemeinde hatte 1.788 Mitglieder, die maronitische 240. Zu den "Lateinern", den röm.-kath. Nachfahren "fränkischer" ( französischer, italienischer, spanischer) Adelsfamilien, die sich im Mittelalter und der frühen Neuzeit in Zypern angesiedelt hatten, zählten sich 914 Nicosianer. 1.946 Briten und 372 Angehörige anderer Nationen vervollständigten das Bild einer "multikulturellen" Großgemeinde. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Museum

Dervish Pascha Museum

Schlendert man von der Arabahmet Moschee über die Sehit Salahi Sevket Straße mit ihren reizvolle Akzente setzenden auskragenden Obergeschossen durch die benachbarten Gassen (von denen eine inzwischen komplett restauriert ist), stößt man in der Belig Pascha Straße auf das Dervis Pascha Haus, ein ehemaliges herrschaftliches Hofhaus, das heute volkskundliches Museum ist. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von einem türkisch-zyprischen Zeitungsverleger gebaut, erhielt das herrschaftliche Hofhaus 1988 nach umfassender Restaurierung als volkskundliches Museum eine neue Bestimmung. Das große Stadtpalais ist ein wohlerhaltenes Beispiel traditioneller zyperntürkischer Wohnkultur der gehobenen Mittelschicht, die sich im 19. Jahrhundert formiert hatte und vorzugsweise das Arabahmet Viertel besiedelte. Mit seinen luftigen, die hochgeschätzte Intimsphäre bewahrenden Räumlichkeiten, vielen zeittypischen Einrichtungsgegenständen und der anschaulichen Sammlung volkskundlicher Utensilien zählt das Haus des Dervis Pascha zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten in Lefkosa. Gleich hinter dem Eingang liegt links ein weiträumiger Empfangsraum mit niedrigen Sitzbänken an den Wänden, davor stehen kleine Holztische. Noch vor kurzem konnten hier Besucher Getränke und einen kleinen Imbiß zu sich nehmen und so gestärkt zu einem Rundgang durch das Haus aufbrechen. Bleibt zu hoffen, dass dieses gern genutzte Angebot bald wieder verfügbar sein wird. Hinter den spitzbögigen Arkaden um den Innenhof lagen früher die Vorrats- und Lagerräume sowie die Zimmer des Personals. Bade-, Wasch-, Toilettenräume und die Küche waren in einem Trakt vor der Nordseite des Hauses untergebracht. Der Wohnbereich der Familie nahm traditionell das gesamte obere Stockwerk ein. Eine Holztreppe führt aus dem Innenhof zu den Zimmerfluchten und überdeckten Terrassen. Im Unterschied zu den Lehmziegelmauern des oberen Stockwerks, denen ein Fachwerkgerippe Halt gibt, wurde das Erdgeschoß aus starken Steinquadern errichtet. Die Verwendung so unterschiedlicher Materialien wie Stein, Holz und Lehm in einem Bau war früher weit verbreitet. "Die Brauchbarkeit solcher Häuser auch für europäische Bedürfnisse", schrieb 1911 ein deutscher Reisender aus Zypern, "geht daraus hervor, dass auch englische Beamte dieser Bauweise gelegentlich den Vorzug geben, und dass auch deutsche Kolonisten im nahen Palästina ganz ähnlich bauen." Unter den Arkaden und den dahinter liegenden Räumen sind eine Menge Küchenutensilien, Glas und Keramik, landwirtschaftliche Geräte (z.B. Ölmühlen, Holzpflüge, Dreschschlitten) ausgestellt. Fotos in Schaukästen informieren über die umfangreichen Arbeiten zur Wiederherstellung dieses Gebäudes. Die Zimmer des oberen Bereichs verbindet eine großzügige, geschlossene, aber lichtdurchflutete Diele mit schöner Holzdecke. Einer der Räume besticht durch das Ziergitterwerk seiner Fenster und die Decke aus poliertem Holz, eingefaßt von einem schön geformten Sims. Man staunt über graziles, geschnitztes Kleinmobiliar, bewundert Trachten und Kostüme und viele bunte Stickereien in Vitrinen und Schaukästen, auch Glaswaren und selbst Waffen und immer wieder Kissen, Teppiche, Ruhebänke. Höhepunkt ist zweifellos der Selamlik, der prächtige Empfangsraum des Hausherren, ausgestattet mit Wasserpfeife und Holzkohlenofen, kleinen Tischen und zierlichen Vitrinen, ornamentierten Einbauschränken und niedrigen Wandbänken vor der Fensterfront, deren Vorhänge nur gedämpftes Licht in den Raum dringen lassen. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Aussichtspunkt

Greenline / Grenzstrasse zum südl. Teil Zyperns

In westlicher Richtung, nach Überquerung der Tanzimat Straße, verläuft auf dem Stadtwall in unmittelbarer Nähe der Demarkationslinie die Zahra Straße in einer etwas unwirtlichen Gegend voller Überbleibseln aus den unruhigen sechziger und siebziger Jahren: Stacheldraht, Sichtblenden, Beobachtungstürme, Sandsäcke, dahinter der breite Wallgraben, in dem ein heute verlassenes und überwuchertes Fußballstadion die Pufferzone markiert. An dieser Stelle sei auf die besondere Situation in unmittelbarer Grenznähe hingewiesen. Empfindlichkeiten türkischer Militärangehöriger sollten ernst genommen werden. Auf unübersichtliches Gelände vorzudringen oder zu photographieren, wo es ausdrücklich untersagt ist, könnte unangenehme Konsequenzen haben. Jenseits erkennt man den griechisch-zyprischen "checkpoint" vor dem Ledra Palace Hotel. Der Name "Ledra" knüpft an das älteste schriftliche Zeugnis an, das mit der Stadt in Verbindung gebracht werden kann. In einer Tributliste der assyrischen Könige des 7. vorchristlichen Jahrhunderts wird unter den dort aufgeführten zehn zyprischen Stadtkönigen auch ein König von Lidir (Ledroi/Ledrai) genannt. Wie begehrt die an unterirdischen Wasserreserven reiche und fruchtbare Böden aufweisende Ebene von Nicosia seit frühester Zeit war, bezeugen in die Bronzezeit und selbst in das Neolithikum zurück reichende Siedlungsspuren. Der Name "Ledra" hielt sich bis in das vierte Jahrhundert unserer Zeitrechnung, hart bedrängt von "Levkosía", das sich von Levkos herleitete, Sohn eines hellenistischen Königs. Nach der Legende soll jener das verfallene Ledra 280 v. Chr. wieder aufgebaut haben. Offenbar blieb Ledra/Levkosía bis in die Römische Epoche ein unbedeutender Ort, während die Küstenstädte aufblühten. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Information

Infoschild zum traditionellen Rundgang

Im Norden, wie im Süden Nikosias gibt es eine ausgeschilderte Tour durch die Stadt. Diese wird auf Wikiloc häufiger zum download bereit gestellt. Wir schlagen hier eine etwas andere Tour vor. Natürlich wandern wir ebenfalls die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an. Jedoch begehen wir zum Teil Straßen und Gassen, die man sonst nicht so sehen würde. Es zeigt das Bild der Stadt vielleicht noch etwas "intensiver".
Building of interest

Arabahmed Kulturhaus

Foto

Zweckentfremdet

Verfallene Bauten dienen oft auch als Unterschlupf für Hunde und Katzen.
Sakralbau

Armenische Kirche

Südlich der Zahra Straße schiebt sich die Roccas-Bastion (türk.: Kaytazaga Burcu) aus dem Stadtwall. Auf ihr wurde ein Spiel- und Picknickplatz eingerichtet, zugleich Aussichtspunkt in den griechischen Sektor, der am Fuß ihrer senkrecht abfallenden Böschung beginnt. Auf dem Weg in das Zentrum Alt-Nicosias fällt in Höhe des Dervis Pascha Hauses der Blick auf eine Kirchenruine. Es sind die Relikte der Armenischen Kirche. Ihr Gelände gegenüber dem Dervis Pascha Haus ist noch nicht lange der Öffentlichkeit zugänglich. Viele Jahre war es ein Teil des grenznahen militärischen Sperrbezirks. Der gotische Kirchenbau stammt aus dem 14. Jahrhundert und diente bis zur osmanischen Eroberung Zyperns (1570/71) der Benediktinerinnen-Abtei "Unserer Lieben Frau von Tyros" als Kapelle. Unter den Osmanen war sie zunächst staatliches Salzlager, um später in den Besitz der armenischen Gemeinde überzugehen. Mit dem überstürzten Auszug der Armenier aus ihrem Wohnquartier rund um die "Victoria Street", der heutigen Sehit Salahi Sevket Sok. in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts, verfielen Kirche und dazugehörige Bauten zusehends. Die der heiligen Jungfrau Maria geweihte Kirche bewahrt noch zahlreiche Grabsteine von Adligen, Rittern und großen Frauen aus der Zeit der Lusignans, darunter auch das Grabmonument der 1340 verstorbenen Eschive de Dampierre, Äbtissin des Benediktinerinnen-Konvents. Der große Bau hinter der Kirche, war lange Zeit private Residenz der prominenten armenischen Familie Melikian. Entwurf, Ausstattung und Farbenfreude ihrer mehr als vierzig Zimmer galten früher als reizvolles Beispiel für einen äußerst seltenen türkisch-europäischen Mischstil. Eine entschlossene Rettungsaktion für den Erhalt dieses bedeutenden Gebäudekomplexes wäre ein Gewinn für die Altstadt. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Sakralbau

Iplik Pazari Moschee

Weiter in östlicher Richtung, dem Zentrum entgegen, liegt rechter Hand die gerade restaurierte Turunclu Moschee. Ähnlich einfach in ihrer Grundform ist die Iplik Pazari Moschee im gleichnamigen Viertel ("Baumwollbasar") in der nahen Musa Irfan Bey Straße. Vorübergehende übersehen nicht selten den kleinen Moscheebau und sein ungewöhnlich kurzes, mit einem eigenartigen, walzenförmigen Abschluß versehenes Minarett, das es in dieser Form nur noch ein weiteres Mal auf Zypern gibt. Die Moschee stammt aus dem Jahre 1899, das Minarett gehörte zu einem Vorläuferbau aus dem 18. Jahrhundert. Sei dieser Versammlungsort der Gläubigen auch noch so klein, so ziert ihn doch eine Säulenvorhalle (Portikus) mit zierlichen Rundbögen. Wie in der "Turunclu" sind auch in der "Iplik Pazari" die Treppe und die Frauenempore, die Predigerkanzel ("mimber") und die Decke über dem Innenraum aus Holz gefertigt und zum Teil mit dekorativen Schnitzereien versehen. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Building of interest

Büyük Han Karawanserei

Von der Iplik Pazari Moschee sind es nur wenige Meter zum Büyük Hamam, dem großen Dampfbad, das im Erdboden zu versinken scheint. Die schmalen Straßen und Sackgassen ringsum zählten früher zum weitläufigen Basar der Stadt und auch heute ist ihre kommerzielle Bedeutung als Einkaufszentrum und "Freßgasse" ungebrochen. Noch im Basarviertel, am südwestlichen Rande das Asmaalti Platzes, liegt mit dem mächtigen Büyük Han, eine faszinierende Karawanserei. Die "große Herberge" -so die Übersetzung- ist eine der beiden noch erhaltenen Karawansereien von den ursprünglich acht im Zentrum Alt-Nicosias angesiedelten Rasthäusern. Reisende und Kaufleute fanden im Schutz ihrer Mauern für sich und die Reit- und Tragtiere sichere Unterkunft und bewachte Stauräume für die oft kostbaren Waren. Hier trafen zyprische Großhändler auf ihre Geschäftspartner aus den südlichen Provinzen des Osmanischen Reiches , darunter viele aus Alanya, was der Herberge zu dem Beinamen "Alanyalilar Han" (Herberge der Alanyoten) verhalf. Die große Herberge von Lefkosa entspricht in ihrer Auslegung dem klassischen Typus osmanischer "Stadthotels" der frühen Neuzeit, wie sie in großer Zahl in den europäischen und anatolischen Landesteilen des Reiches zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert entstanden. Mit der kleinen, im Zentrum des Innenhofs gelegenen Moschee (s.Foto) weist sie eine Besonderheit auf, für die es nur wenige Beispiele gibt, wie etwa die Hofmoschee des Koza Hans im nordwesttürkischen Bursa. Diese 1451 errichtete und vor einiger Zeit vortrefflich restaurierte Stadtherberge soll Vorbild für das Rasthaus in Zyperns Metropole gewesen sein. Auch Nicosias große Herberge erstrahlt wieder in altem Glanz. Nach scheinbar endlosen Reparaturarbeiten, die aus technischen, finanziellen und manch anderen Gründen immer wieder unterbrochen werden mussten, präsentiert sich der historische Bau seit 2002 als attraktive Bereicherung der Innenstadt. Restaurants haben sich etabliert, dazu eine Menge Shops und Werkstätten (Schwerpunkt: anspruchsvolle Souveniers), Veranstaltungen und Ausstellungen sind geplant. "Stadthotel", Gefängnis, Denkmal 1572, nur kurze Zeit nach der osmanischen Machtübernahme, öffnete der Büyük Han den Reisenden und Karawanen seine Tore. Nach mehr als drei Jahrhunderten als gastfreundlicher Ort der Begegnung und des Austauschs, waren es die Engländer, welche auf der Suche nach einem "Central Prison", die große Herberge diesem etwas makaberen neuen Verwendungszweck zuführten. Es wird berichtet, Zellen für 390 männliche und 18 weibliche Häftlinge seien damals eingerichtet worden, vier Zellen seien "for hospital purposes" reserviert gewesen, als Verpflegung sei nur Brot ausgeteilt worden, alles andere hätten die Angehörigen zusteuern müssen. 1893 nahm die islamische Stiftung Evkaf den alten Han unter ihre Obhut und ließ die Räume für wenig Geld an arme türkisch-zyprische Familien vermieten. Alte Fotos zeigen noch das bunte Durcheinander einer verschworenen Gemeinschaft von rund siebzig Familien, die damals in der Herberge Unterkunft gefunden hatten. Das Ende dieses pittoresken Provisoriums kam 1963, als die Bewohner den Han wegen Baufälligkeit verlassen mußten. Seit jenem Jahr, immer wieder unterbrochen durch Krieg, Unruhen und Geldmangel, wurde an der Restaurierung des Baus gearbeitet. Die Anlage Das aus schweren Holzbohlen gefertigte Tor hatte Ausmaße, die selbst einem hochbeladenen Kamel den Zugang erlaubten. Aus Sicherheitsgründen wurde das Tor zum Sonnenuntergang geschlossen und nur ein Durchschlupf, das sogenannte "Nadelöhr", blieb nachts geöffnet. Auch heute ist diese Minitür der einzige Durchlass in die Herberge. Mitten im Hof steht die restaurierte kleine Moschee, getragen von zierlichen Marmorsäulen, die durch flache Spitzbögen verbunden sind. Zwischen ihnen erkennt man den kleinen, geschlossenen Brunnen (sadirvan) für die vorgeschriebenen rituellen Waschungen vor dem Gebet. Über zwei schmale Treppen erreichten die Gläubigen den Betraum. Aus dem Innenhof steigen zwei breite steinerne Außentreppen zu den Spitzbogengalerien hinauf, die den "Zimmerfluchten" vorgelagert sind. Kreuzgewölbe überdecken diesen oberen Umgang und tonnenartige Wölbungen die angrenzenden Gasträume, jeder ausgestattet mit Kamin und Fenster. Die Abzüge der Kamine enden in hohen, achteckigen Schornsteinen mit kegelförmigem Abschluß. In langer Reihe überragen sie die Außenfassade und verleihen so deren oberer Hälfte im Zusammenspiel mit Wasserspeiern und Fensteröffnungen ein markantes Aussehen. Dagegen zeigt sich der untere Teil der Außenwand kahl und abweisend wie Festungsgemäuer - und das aus gutem Grund, lagen doch dahinter die gut bestückten Speicher der Kaufleute.
Building of interest

Kumarcilar Hani Karawanserei

Auf eine weitere Herberge aus osmanischer Zeit, den Kumarcilar Hani, stößt man am anderen Ende des Platzes. Von den ursprünglich acht um die Selimiye gruppierten Karawansereien, liegt in Sichtweite des Büyük Han die zweite, noch erhaltene Herberge. Warum sie "Kumarcilar Hani" (Herberge der Glücksspieler) genannt wird, lässt sich nirgendwo ergründen. Sie entstand im 17. Jahrhundert, als die große Herberge mit ihren 68 Zimmern den Bedarf an Unterkünften nicht mehr decken konnte. Auf asymmetrischem Grundriß errichtet, wirkt die deutlich niedriger gebaute 52-Zimmer-Herberge mit ihrer fast hermetisch geschlossenen Straßenfassade geduckt und abweisend. Darüber ragen Wasserspeier hervor und wölben sich aneinandergereihte Tonnenüberdeckungen über jedem Gastzimmer des oberen Stockwerks. Im Laufe ihrer Geschichte fungierte der Han zeitweise als Irrenhaus, ging dann in Privatbesitz über und wurde zwischen 1958 und 1963 noch von der englischen Administration renoviert. Seit 1964 untersteht das historische Bauwerk der türkisch-zyprischen Denkmalsverwaltung. Man betritt den Han durch eine niedrige Eingangspassage und steht dann im Innenhof, den gepflegter Rasen und Blumenstauden in eine Oase der Frische inmitten aufgeheizter Straßen verwandeln. Hinter den ebenerdigen Bogenarkaden befanden sich früher Geschäfts- und Lagerräume. Eine freistehende Holztreppe führt aus dem Innenhof in das obere Stockwerk, wo Säulen das ziegelgedeckte Pultdach über dem Umgang tragen. Der Boden ist hier oben mit Marmor ausgelegt, der sich bis in die Gastzimmer fortsetzt, kleinen zellenartigen, meistens mit Feuerstelle ausgestatteten Behausungen. Im Spätsommer 2005 begannen unter der Aufsicht des „Department of Ancient Monuments and Museums“ umfangreiche Restaurierungsarbeiten. Die Stadtherberge wurde 2007 für Besucher wieder geöffnet und dient seither ihrem ursprünglichen Zweck d. h. Gäste in zehn Zimmern des oberen Stockwerks beherbergen. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Sakralbau

Selymiye Moschee

Nicht zu verfehlen dank ihrer alles überragenden Minarette, erhebt sich in der Nachbarschaft die Selimiye Moschee, ursprünglich Krönungskathedrale der Lusignans, seit 1570 Hauptmoschee der Muslime Nicosias. An ihre Südseite grenzt der sogenannte Bedesten, eine spätmittelalterliche Kirchenruine. Nahebei erhebt sich das aus dem 14. Jahrhundert stammende Haus des Domkapitels, in "fränkischer" Zeit Versammlungsort der Kleriker der Sophienkathedrale. Eine moderne Markthalle (Belediye Pazari) mit viel Lokalkolorit lädt auf der anderen Straßenseite zu einem anregenden Bummel ein. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Selymiye Moschee Nicosias frühere Sophien-Kathedrale, Krönungskirche der Könige des Hauses Lusignan und heutige Selimiye Moschee, ist eines der eindrucksvollsten gotischen Baudenkmäler Zyperns. Seine Vorbilder sind im zentralen Frankreich, der Wiege der Gotik, zu finden. Die architektonische Ausgestaltung der zyprischen Profan- und Sakralbauten des 13. bis 15. Jahrhunderts spiegelt die engen Verbindungen wider, die das Herrscherhaus zu seiner einstigen französischen Heimat pflegte. So holte es viele Fachkräfte, insbesondere Steinmetze, nach Zypern, um die neuesten künstlerischen und technischen Entwicklungen in die heimischen Bauten einfließen zu lassen. An zahllosen Baudetails gerade der Selimiye lässt sich die intime Kenntnis französischer Vorbilder ablesen, mit der sich die mittelalterlichen Experten ans Werk machten. Doch es werden auch architektonische Besonderheiten bei einem Vergleich deutlich: im Gegensatz zu den europäischen gotischen Kirchen, weist die Selimiye flache Dächer auf. Angesichts schneefreier und regenarmer Wetterlagen konnte auf komplizierte und teure Steildächer unbedenklich verzichtet werden. Auch ihr goldfarbener Sandstein bildet einen bemerkenswerten Kontrast zu den oft düsteren Kirchenbauten in der Heimat der Gotik. Die flachen Dächer von Mittel- und Seitenschiffen geben der Selimiye ihre für die zyprische Gotik so charakteristische gedrungene Form. Bewegte Vergangenheit Der Grundstein zur Sophien Kathedrale wurde 1209 gelegt. Erst 1326 fand die Weihe statt, aber die Baumaßnahmen waren noch immer nicht abgeschlossen. Kriege und Erdbeben hinterließen ihre Spuren am Bau. 1570 machten die siegreichen Osmanen die gotische Kathedrale zu ihrer Hauptmoschee. Dabei verlor sie weitgehend ihren Skulpturenschmuck, der Innenraum wurde geweißt und die unvollendet gebliebenen Stümpfe der beiden Westtürme erhielten hohe, kräftige Minarette, die dem gotischen Bau mit islamischen Zutaten sein unverwechselbares Aussehen verleihen. In Anlehnung an den christlichen Namen, nannten die Muslime Nicosias ihre Moschee Ayasofya. 1954 wurde sie von dem damaligen Müftü, dem religiösen Oberhaupt der Inseltürken, in Selimiye umbenannt - zur Erinnerung an Sultan Selim II., den Eroberer Zyperns 1570/71. Seit 1959 muß der Muezzin nicht mehr die 170 Stufen zur Galerie des Minaretts hinaufsteigen, um die Gläubigen zum Gebet zu rufen. Seine Stimme erschallt seitdem über den Lautsprecher. Mittelpunkt der Altstadt Ein großes, reich gestaltetes Maßwerkfenster dominiert die Westfassade der prachtvollen Selimiye zwischen den beiden Türmen. Darunter führen drei Portale in die dreijochige Vorhalle, an die sich der lichtdurchflutete, weiß getünchte Innenraum anschließt. Zwei Reihen mit je sechs starken Säulen stützen spitzbogige Kreuzrippengewölbe und teilen das Langhaus von den beiden Seitenschiffen. Die Säulenreihen setzen sich im Chor in vier halbkreisförmig gestellten Granitsäulen fort, die einen polygonalen Abschluß des Kirchenraumes bilden. Der einzige Farbakzent im Versammlungsraum der Gläubigen kommt von den über zweihundert Teppichen, die gleich dem schräg ausgerichteten Mihrab (Gebetsnische) abweichend von der Kirchenachse diagonal über die Bodenplatten gelegt wurden, um der vorgeschriebenen Gebetsrichtung nach Mekka zu entsprechen. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Sakralbau

Haydarpasha Moschee

Ein kleiner osmanischer Kuppelbau am östlichen Ende der Selimiye beherbergt die Sultan Mahmut II. Bibliothek. Schräg gegenüber lohnt ein im klassischen osmanischen Stil erbautes Palais, das Sacakli Ev, einen Besuch. Nur wenige Schritte von hier beherbergt das Lapidary Museum eine interessante Sammlung steinerner Relikte des Mittelalters. Geht man vom Platz an der Selimiye Moschee in die Yenicami Straße hinein, kommt man zum sogenannten Lusignan-Haus, einem exzellent restaurierten spätmittelalterlichen Stadtpalais. In dieser Straße liegt ein weiterer Sakralbau im gotischen Stil des südlichen Frankreich. Die ehemalige Kirche der hl. Katharina (14. Jahrhundert) wurde von den osmanischen Eroberern zur Haydar Paşa Moschee umgewandelt. Durch unterirdische Gänge mit eben dieser Katharinenkirche und der Sophienkathedrale, der heutigen Selimiye Moschee, verbunden war der 1329 errichtete Sitz des katholischen Erzbischofs, später Domizil des osmanischen Gouverneurs. Küçük Mehmet Binalari heißt das reizvolle gotisch-osmanische Architekturdenkmal. Es liegt in einer Nebenstraße, die von der Nordseite der Selimiye abgeht. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Haydarpasha Moschee Der gut erhaltene mittelalterliche Sakralbau ist ein bemerkenswertes Beispiel für die Rezeption gotischer Vorbilder des südlichen Frankreich während der Blütezeit des zyprischen Lusignan-Königreichs. Die im 14. Jahrhundert erbaute Kirche der hl. Katharina war möglicherweise die in alten Berichten erwähnte lateinische Bischofskirche bis sie von den osmanischen Eroberern in eine Moschee umgewandelt wurde. Statt nach einer legendären Märtyrerin wurde sie nun nach einem der siegreichen osmanischen Heerführer benannt. Ein Minarett überragte bald den Bau, sein einschiffiger Kirchenraum wurde bis hinauf in die Kreuzgewölbe weiß getüncht, der Skulpturenschmuck und sonstiges Beiwerk des lateinischen Ritus verschwanden. Wenige Jahre vor dem Ende des 20. Jahrhunderts übernahm die ehemalige Kirche und spätere Moschee eine neue Aufgabe: hinter ihren formvollendeten Portalen und schlanken Maßwerkfenstern bietet sie Gemäldeausstellungen einen stilvollen Rahmen. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Museum

Lusignan House Museum

Lusignan-Haus Der große Quadersteinbau am Anfang der Yenicami-Straße ist eines der wenigen in Nicosia erhalten gebliebenen Stadtpalais des Späten Mittelalters. Und wie schon die nahe Residenz des früheren osmanischen Gouverneurs Küçük Mehmet präsentiert sich auch das „Lusignan-Haus“ in einem reizvollen gotisch-osmanischen Mischstil. Im 15. Jahrhundert als gotisches Bauwerk entstanden, blieb ihm in späterer Zeit das Schicksal so vieler anderer Massivbauten erspart, die ihrer schönen Steine wegen nach und nach abgetragen wurden. Dass es nicht als bequemer Steinbruch endete, verdankt es seinen türkischen Nachnutzern, die an dem Haus Gefallen fanden und ihm durch Um- und Anbauten türkische Stilelemente beifügten. Spurensuche Als Camille Enlart (1862-1927), französischer Archäologe, Architekturhistoriker und „gotisches Gewissen Zyperns“, Ende des 19. Jahrhunderts die architektonische Hinterlassenschaft der Lusignan-Ära und des venezianischen Kolonialregimes unter die Lupe nahm, deutete er eine der Steintafeln an der Fassade des „Lusignan-Hauses“ als Wappen derer von Rochechouart. Die zwischen den Adelsständen von Grafen und Baronen angesiedelten Vicomtes des Hauses Rochechouart stammten aus der gleichnamigen Kleinstadt im heutigen Département Haute-Vienne in Südwestfrankreich. Dort steht noch ihr altes Schloss, doch in Zypern sucht man ihre Spuren vergebens und selbst Enlart war sich seiner Sache keineswegs sicher. Aus seinem großen Werk „L`Art gothique et la Renaissance en Chypre“ (1899) entnehmen wir, dass die anderen Wappenschilder auf der Fassade schon zu seiner Zeit nicht mehr identifizierbar waren. Wir lesen über den schön geschwungenen gotischen Torbogen und dass seine Spitze sich in einer sog. Kreuzblume fortsetzt, einer stilisierten Blume mit kreuzförmig angeordneten Blättern. Darüber ist ein jetzt leeres Wappenschild angebracht, um das sich wenige Reste einer steinernen Röschenkette ranken. Das architektonische Element über dem Wappenschild soll eine Art „Tropfstein“ gewesen sein, der das Regenwasser von Wappenschild und Kreuzblume fernhalten sollte. Diese authentische gotische Fassade wird von einem türkisches „Köşk“ (daher Kiosk) konterkariert, einem schmalen, erkerähnlichen Vorbau am Obergeschoß, wie er in Lefkoşas alten Wohnquartieren häufig anzutreffen ist. Er wurde auf traditionelle Weise aus Holzbohlen, Latten und Putz erstellt. Ein anderer aufmerksamer Besucher des erst in jüngster Zeit so genannten „Lusignan-Hauses“ war Ludwig Salvator, Erzherzog von Österreich. Im Winter 1872/73 lief der habsburgische Schöngeist mit seiner Dampfyacht „Nixe“ die Insel an und hielt sich längere Zeit zu Studien in Lefkoşa auf. 1873 veröffentlichte er seine Aufzeichnungen unter dem Titel „Levkosia. Die Hauptstadt von Cypern“. Er benennt darin die Residenz „Kaloiro al Effendi Konak“ und weiß zu berichten, dass zwei türkische Familien sich das Haus teilten. „Auf der quadernen Vorderseite haben sie einen hölzernen Kiosk aufgeführt“ und „das Innere des Gebäudes hat die morgenländische Phantasie vor langer Zeit reichlich ausgeschmückt.“ So bestaunte Ludwig Salvator die schönen Diwanzimmer („hier laufen die weichen Diwans ringsum“), die mit türkischen Motiven gestalteten Zimmerdecken, zierliche kassetierte Schränke, hübsche Stellbretter („um die zierlichsten Nippsachen des Harems aufzustellen“), getäfelte Türen, vergitterte Fenster – „aber das Ganze ist jetzt leider vernachlässigt und halb verfallen“. Später bewohnte eine russische Emigrantenfamilie das Haus. Sie betrieb hier eine Weberei und überließ das Gebäude 1958 den Kolonialbehörden. Als neue Bewohner zogen nach ihnen für viele Jahre Flüchtlinge ein. Neubeginn In den 80er Jahren erhielten die Flüchtlinge andere Quartiere, das ramponierte Gebäude wurde restauriert, ein Museumsprojekt gestartet und wieder aufgegeben, um schließlich Ende der 90er Jahre unter den Fittichen des Department of Antiquities and Museums als Architekturdenkmal in neuem Glanz zu erstrahlen. Aus dem Eingangsbereich betritt der Besucher eine zum überraschend weiträumigen Innenhof offene Loggia, von der alle Räumlichkeiten zugänglich sind: Info- und Souvenirraum, Garderobe, Toilette und der Werkstattraum, in dem vor Jahrzehnten die Webmaschine ratterte. Die (jetzt ausgefüllten) Steinbögen auf der gegenüber liegenden Hofseite könnten die Reste eines verandaähnlichen Gebäudeteils sein. Vor der Loggia mit ihrem dekorativen braun-schwarzen Gebälk wurde eine quadratische Zisterne aufgemauert und an diese angelehnt führt eine überdachte Steintreppe auf die Veranda des oberen Stockwerks. Während im Erdgeschoß Steinsäulen die Veranda tragen, fallen im Obergeschoß kräftige Holzpfeiler ins Auge, die das weit ausladende, mit Ziegeln gedeckte Dach stützen. Hier oben liegen vier weitere Räume, darunter das Zimmer mit dem zur Straßenseite vorragenden „köşk“, alle ausgestattet mit teils nachempfundenen, teils original fränkischem und osmanischem Mobiliar und zeitgenössischem Dekor. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Sakralbau

Yeni Cami Moschee

Noch einmal zurück in die Yenicami Straße: An ihrem Ende weitet sich der dicht bebaute Straßenzug und die prächtig restaurierte Yeni Cami, die „Neue Moschee“, die der Straße und dem ganzen Viertel den Namen gab, gerät ins Blickfeld. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Yeni Cami Es war einmal eine wunderschöne gotische Kirche, deren Name nicht überliefert ist und deren vollendete Gestalt nur mit viel Phantasie aus dem verbliebenen Torso herauszulesen ist. Entstanden sei sie, schreibt Camille Enlart, unbestrittene Autorität in Sachen zyprischer Gotik, vielleicht zeitgleich mit der in einer südfranzösischen Spielart gotischer Architektur errichteten Katharinenkirche (heute: Haydar Paşa Moschee) ganz in der Nähe. Sie sei, meint Enlart, „sicherlich in dem ziemlich guten Stil der Mitte des 14. Jahrhunderts gebaut worden“. Ihre Zerstörung sei „ein trauriger Verlust für die Geschichte der französischen Baukunst in Zypern“. Als die Osmanen 1571 die Macht auf der Insel übernahmen, wurde aus diesem Gotteshaus eine Moschee. Der Treppenturm an seiner Südwestecke bekam ein Minarett aufgesetzt und das Kirchenschiff veränderte man nach islamischen Vorstellungen. „Küçük Ayasofya“ (Kleine Agia Sophia) nannten die Muslime Lefkoşas ihren prächtigen Versammlungsort ganz bewußt in Anlehnung an die viel größere, prunkvolle Krönungskathedrale. Lange Zeit später, so um die Mitte des 18. Jahrhunderts, wurde die Küçük Ayasofya zum Schauplatz einer kaum glaublichen Geschichte. Schatzsuche Eine führende Figur aus der allmächtigen Clique osmanischer Würdenträger vor Ort hatte einen Traum. Unter der ehemaligen Kirche, so seine nächtliche Vision, hätten Christen einen Schatz vergraben. Entschlossen machte sich Menteşzade Haci Ismail Ağa, wie der Paşa hieß, auf die Suche und ließ Stein für Stein abtragen. Als die Kirche dem Erdboden gleichgemacht war, schien auch das Nervenkostüm des Schatzgräbers ruiniert. Jedenfalls ließ er in aller Eile auf dem Gelände eine „neue Mosche“ (= Yeni Cami) aus dem Boden stampfen, doch der Skandal war schon dem Sultan in Istanbul zu Ohren gekommen und wie es damals üblich war, erging ohne viel Federlesens der Befehl, den Übeltäter einen Kopf kürzer zu machen. Der aber kam der Festnahme zuvor und schluckte eine tödliche Dosis Gift, was den Sultan in Rage versetzte und darauf bestehen ließ, die Enthauptung dann eben an dem Leichnam zu vollziehen . . . Gleichwohl erhielt der Sproß aus dem Menteşzade-Clan ein ansehnliches Mausoleum („türbe“), angelehnt an „seine“ Moschee, die er einst hastig erbauen ließ, als ihm sein Frevel bewußt wurde. Neben ihm ruht Hasan Hilmi Efendi (1782-1847), populärster zyperntürkischer Poet der osmanischen Zeit. Auf der anderen Seite der hier stark verengten Straße steht die „türbe“ mit vorzeiten kollabierter Kuppel eines weiteren Angehörigen der einflußreichen Menteşzade-Familie, Menteşzade Hüseyin Ağa (gest. 1835) und südlich daran angrenzend die des Hasan Ağa (gest. 1753), Sohn des Schatzsuchers. Das Moscheegelände heute Eine Zeichnung in dem 1873 erschienenen bibliophilen Werk „Levkosia. Die Hauptstadt von Cypern“ aus der Feder des habsburgischen Erzherzogs Ludwig Salvator zeigt das Minarett, wie es aus den Überresten der Kirche ragt, der „şadirvan“ (Reinigungsbrunnen) ist zu sehen und ein Teil des Moscheebaus, über das Areal verstreut stehen vom Alter gebeugte einfache und prachtvolle türkische Grabmäler (s. Abbildung). Seitdem hat sich das Moscheegelände nachhaltig verändert. So wurde das Gräberfeld aufgehoben, das Minarett 1979 wegen Einsturzgefahr demontiert, eine neues gegenüber der Nordwestecke der Moschee errichtet. Auch dieser Standort war noch nicht der letzte, rückte es doch im Zuge umfassender Restaurierungsarbeiten (2003/2005) an die Westseite der Moschee. Auch das seinerzeit von Menteşzade in der für zyprische Moscheen charakteristischen breiten Rechteckform mit vorgelagertem Portikus errichtete Bethaus wurde innen wie außen einem gründlichen „facelifting“ unterzogen. Der L-förmige Portikus mit vier Bögen an seiner Nord- und drei an der Westseite leitet die Gläubigen zum überwölbten Eingang, hinter dem sich ein hoher, mit Teppichen ausgelegter Betsaal auftut. Seine holzverkleidete Decke wird von drei mächtigen Bögen getragen. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
Sakralbau

Ayluka Kirche

Unser Gang durch das historische Zentrum der Stadt endet hier. Der schnellste Weg zurück zu unserem Ausgangspunkt führt entlang der Selimiye, vorbei an Büyük Han und Kumarcilar Hani zum Atatürk Platz mit der venezianischen Säule und dem Saray Hotel und von dort die Girne Straße hinunter zum Girne Tor. Wir gehen aber noch an der Ayluka Kirche vorbei und dann in nördlicher Richtung direkt zum Parkplatz. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Ayluka Kilisesi Die Kirche, die 1758 unter Erzbischof Philatheos erbaut wurde, wurde nach Aziz Luka benannt. Heute wird der Volkskunstverein (HAS-DER) als Verwaltungsgebäude genutzt.
Parkplatz

Parkplatz Ende

Hier endet unsere Rundwanderung. Wir hoffen, sie hat Ihnen gefallen. Sicher war es mal eine etwas andere Wanderung.

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