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  • Foto von E1 Sizilien
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Zeit  5 Tage 3 Stunden 53 Minuten

Koordinaten 10333

Hochgeladen 23. Mai 2017

Aufgezeichnet Mai 2017

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1.984 m
433 m
0
28
55
110,51 km

angezeigt 6 Mal, heruntergeladen 0 Mal

bei Montalbano Elicona, Sicilia (Italia)

=== Anfahrt ===

Der Start dieser Etappe liegt bei den Megaliti dell'Argimusco, die nicht an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sind. Wir starten also ein bisschen nördlicher, in Montalbano Elicona.

Wir kommen von Palermo. Morgens nehmen wir den Zug von Palermo nach Barcellona. Dort muss man ein bisschen laufen um zur Busstation von AST zu kommen (immer vom Meer weg). Diese befindet sich in der Via Papa Giovanni XXIII 3. Die Busse fahren unter den Bäumen an der grossen Strasse, auf der anderen Seite des Gebäudes befindet sich ein Tickethäuschen mit Fahrplänen. Von dort gibt es einen Bus mit Endstation Montalbano.

Im U Siciliano gibt es, wieder erwarten (hat eher Kneipencharakter) sehr gute Pasta.

=== Etappe 1 ===

Heute gehts zunächst rund 7km zu den Megaliti, und dann weiter 15km auf dem E1 bis nach Malvagna. Zunächst die Hauptstrasse mit toller Aussicht Blick zurück. Links müssen wir dann auf einen Feldweg einbiegen. An einigen Stellen müssen wir Hindernisse überwinden: Ein Erdwall ist aufgeworfen, ein Anwohner hat eine Kette quer gespannt, Manchmal ist der Weg kaum noch da. Die Anwohner sind aber freundlich, die Ketten und der Erdwall sind vermutlich nur gegen Autos. Viele sprechen Deutsch oder Französisch, Englisch eher nicht so.

[Der Rest der Beschreibung fehlt für diese Etappe]

=== Etappe 2 ===

Zunächst folgen wir der Strasse runter nach Mojo Alcantana. Die Strasse ist viel befahren und im nachhinein überlegen wir ob es nicht doch schöner gewesen wäre, sich östlich davon über Feldwege durchzuschlagen. So aber können wir in Mojo Alcantana noch einen fantastischen Cafe für 80 cent trinken bevor es weitergeht. Wir biegen zwei mal links ab und kommen an einem Pool/Tennisplatz vorbei hin zum Fluss Alcantara. Diesem folgen wir parallel - hier gibt es viele schöne Stellen um eine kleine Pause zu machen, vielleicht sogar um baden zu gehen - darauf haben wir aber gerade keine Lust. Der Weg führt weiter an vielen kleinen Privatgrundstücken vorbei, wo uns die allgegenwärtigen Wachhunde immer mal wieder einen Schrecken einjagen. Schliesslich treffen wir genau auf das Flussufer, wo wir über vom Wasser ausgewaschene Felsen bis zu einer grossen Brücke krackseln. Hier ist einiges los, mehrere Touristen umstreifen das Flussufer mit grossen Fotoapparaten. Vor der Brücke biegen wir rechts auf die grosse Strasse.

Nun kommt der unangenehmste Teil des Tages: Der Aufstieg nach Castiglione. Während sich eine grosse Strasse mit unangenehm schnellfahrenden Autos den Berg hochschlängelt, führt der GPS-Track dem wir folgen weiter östlich durch den Wald. Wir folgen der Markierung, die zunächst der Strasse folgt und dann links in einen steilen, völlig zugewachsenen und nur schwer passierbaren Weg einbiegt. Der Markierung folgen scheint also hier nicht die beste Idee zu sein - nachdem unsere Beine ordentlich von Dornen und Brennnesseln bearbeitet wurden, erreichen wir Castiglione.

Castiglione bietet eine tolle Aussicht auf die Umgebung, hier lohnt es sich eine Pause einzuplanen. Nach einer kalten Cola (die schwierig aufzutreiben ist, weil Mittagspause ist und alles zu hat) geht es aber schon weiter, denn unser Ziel des Tages heisst Linguaglossa. Wir weichen von unserem GPS-Track ab und finden einen angenehmen weg, der hoch auf die Hauptstrasse nach Linguaglossa führt. Hier biegen wir links ab.

Dieses letzte Stück des Tages ist nicht sehr anspruchsvoll, aber schön und spannend. Zunächst wissen wir nicht auf was für einer Strasse wir eigentlich laufen - fantastisch ausgebaut mit Fahrradspur und Lavasteinpflaster, aber komplett menschenverlassen. Alle paar Meter gibt es eine modern aussehende Strassenlaterne, aber alle Sicherungskästen stehen offen und wurden wohl geräumt. In den Ritzen der Strasse spriessen grosse Büsche, auf dem Pflaster sonnen sich Eidechsen und Zornnattern. Die Strasse, moderner als die meisten italienischen Strassen, die gleichzeitig derart von der Natur zurückerobert wird, ergibt ein scheinbar unvereinbares Bild.

Es stellt sich heraus, dass wir auf (laut dem Internet) dem teuersten Fahrradweg der Welt laufen. 7km für 15 Millionen Euro, entlang einer stillgelegten Bahnstrecke durch zahlreiche Tunnel. Bevor sie eröffnet wurde, ist 2009 ein Teil der Strasse durch einen Erdrutsch verschwunden, und so bleibt sie weiterhin ein unbenutztes Millionengrab.

Spannend ist es allemal dieser Strasse zu folgen. Links ergeben sich immer wieder tolle Blicke auf das Tal, und es macht Spass die vielen Eidechsen und Schlangen zu beobachten. Besonders aufregend waren aber die Tunnel - denn so wie der Putz überall in grossen Brocken von den Wänden und Decken platzt hat man als Wanderer wenig vertrauen in deren Einsturzsicherheit. Mit Kopflampen ist es aber kein Problem sie zu passieren - nach Regenfällen würde ich diesen Weg jedoch nicht empfehlen, denn in einem der Tunnel staut sich Wasser. Den vom Erdrutsch weggerissenen Teil der Strasse kann man leicht rechts umgehen (siehe Bilder). In einem der Tunnel erschrecken wir uns dann doch ganzschön, als uns plötzlich im Strahl unser Kopflampen die Augen eine Eule anstarren, die hier wohl gerade eine Nickerchen machen wollte.

Am Ende des letzten Tunnels ist ein hohes Gittertor, welches sich jedoch von innen öffnen lässt. Dahinter führt der Weg direkt nach Linguaglossa.

=== Etappe 3 ===

Heute gehts 15km den Berg hoch, 850hm, zum Refugio Brunek.

Morgens hat uns Rosa ein riesiges Frühstück bereitet - Rührei, mehrere Sorten Käse und Wurst, zwei Crossaints und frische Brötchen, Joghurt und kleine Safttetrapaks. Also verbringen wir ein bisschen zu lange mit dem Frühstück, und müssen dann auch noch Geld holen - die letzte Chance vor Nicoloso. Schließlich müssen wir mit Rosas Hilfe auch noch uns im Rifugio Brunek voranmelden, da wir nichts reserviert haben und Rifugio Ragabo überraschend von einer grossen Gruppe Radfahrer belegt ist.

Bis wir dann soweit sind ist es 11. Zunächst steigen wir direkt neben dem Bahnübergang in einen Weg ein, über den wir hoffen zurück auf den E1 zu stoßen, ohne den direkten Weg über die Hauptstrasse zu nehmen. Zunächst führt der Weg an kleinen ummauerten Grundstücken mit beeindruckenden Wachhunden vorbei. Irgendwann läuft der Weg wieder auf die Hauptstrasse zu, daher biegen wir links ab und durchqueren halblegal ein kleines Weinanbaugebiet, besteigen auf der anderen Seite eine kleine Mauer und befinden und plötzlich mitten in einem Lavafeld. Dort führt ein kleines Wegenetz direkt seitlich zum E1.

Der E1 führt von hier recht gerade durch die Lava bis zur Quote Mille, einer größeren Strasse, auf die wir rechts einbiegen, die wir aber auch nach einigen Hundert Metern links wieder verlassen können. Nun führt der Weg breit aber steil und auf unbequemen Lavageröll nach oben.
Wir durchqueren zwei Gatter und stehen schon bald Auge in Auge mit zwei grossen behörnten Kühen mit Kälbern. Sie blockieren den Weg, starren uns an und veranstalten etwas, was wir als Drohgebärden deuten; also führt unser Weg mit Sicherheitsabstand durchs Unterholz.

Der Weg führt in einen Wald mit niedrigen Laubbäumen und schlängelt sich gemächlich den Berg hoch. Irgendwann stoßen wir auf ein Gebiet, in dem offensichtlich Waldarbeiten durchgeführt werden. Zunächst übersteigen wir eine Kette, wo uns ein Schild den Zutritt verbietet - hier ist nicht klar wie man überhaupt vorankommen soll ohne den verbotenen Weg zu benutzen. Einige Zeit später erreichen wir ein ummauertes Gebiet mit einem hohen, verriegelten Tor. Der markierte Wanderweg führt in das Gebiet, und sogar eine Hinweistafel ist durch das Tor zu erkennen. Hier scheint jemand mit der Routeplanung nicht einverstanden zu sein. Wir folgen der Mauer bergauf und streifen schon nach einigen hundert Metern zurück auf den Hauptweg. Wir machen eine kleine Rast an einem grossen Tisch neben einer Art Baustelle wo Terrassen angelegt werden.

Nun schlängelt sich der Weg stetig bergauf, die Bäume werden höher und höher bis wir in einem lichtdurchfluteten Nadelwald stehen. Nach einem kurzen und wenig spektakulären Besuch bei einer Grotte die Links vom Weg abzweigt erreichen wir Rifugio Ragabo und das sehr viel einfachere Rifugio Brunek.

Ein kurzes Wort zum Refugio Brunek. Im Internet und von lokalen hört man manchmal schlechtes darüber. Die hygienischen Zustände seien nicht okay, der Hüttenwart sei seltsam etc. Wir haben diese Erfahrung nicht gemacht: die Hütte ist ein einfaches Holzhaus, da gibt es natürlich Mal hier oder dort eine Spinne und das Wasser kommt aus der Zisterne und ist nicht trinkbar, aber für eine einfache Hütte (und den Preis) war alles bestens und wirkte normalsauber - so bekommt man z.B. blankweisse saubere Bettlaken. Der Hüttenwart Silvio ist vielleicht etwas eigen, aber sehr liebenswert und fürsorglich. Er hat uns abends ein komplettes italienisches Abendessen mit Salat, Brot, Wurst, Pasta und allerlei fritiertem bereitet und morgens gab es Saft, frisches Brot und leckeren Cafe. Schließlich hat er uns sogar noch für ein paar Euro mit Wegproviant und 6 Litern Wasser ausgestattet. Insgesamt zahlten wir 90 Euro für zwei Personen, alles Inklusive. Silvio spricht übrigens gebrochen deutsch.

Unterkunft:
Refugion Brunek
https://www.etnatracking.com/rifugio-brunek

=== Etappe 4 ===

Ab jetzt sind wir auf der Pista Altomontana. Heute geht es 28km bis zum Rifugio Galvarina.
https://www.etnatracking.com/pista-altomontana
http://www.parcoetna.it/sentieri/01carto.jpg

Die Pista Altomonta ist ein echter Wanderhighway. Breit und komfortabel, immer der Route mit der kleinsten Steigung folgend. Wir begegnen hier aber vor allem Mountainbikern, teils mit Elektroantrieb, die hier den Etna umrunden - eine Touristenattraktion. Der Weg kennt fast ausschließlich zwei Szenerien - der Wald und das Lavafeld. Der Wald ist schön zu laufen, da es kühl ist, der Laubboden federt und die Vögel zwitschern. Die Lavafelder, oft hunderte Jahre alt und trotzdem kaum bewachsen, schlagen immer wieder breite Schneisen in den Wald. Sie sind sehr beeindruckend, und geben den Blick auf den immer näherrückenden Etna und das Tal frei.

Da wir nicht mehr so viele Tage haben, bleiben wir auf dem Altomontana und biegen nicht auf die Variante ein. Die 32km lange Strecke bietet dann aber wenig Anspruch und Abwechslung. Und so entscheiden wir spontan um 11 Uhr, dass wir versuchen die gesamte Strecke an einem Tag zu laufen statt in der Rifugio Monte Scavo zu übernachten. Um 6 ändern wir aber dann doch wieder die Meinung - nach 28km erreichen wir das Refugio Della Galvarina. Hier ist die Stimmung so schön, und die Hütte so gemütlich, dass wir unseren Marsch abbrechen und bei knisternden Kaminfeuer unsere Salamibrote verzehren und einschlafen.

Im Internet lesen wir: “Due to its length, we suggest to walk through it in two days, sleeping in a tent close to one of the many refuge on the path. Unfortunaltely, almost all refuges are closed and is not possible to use them for night accomodation. The only opened refuges we found are: Galvarina, Mount Scavo". Meine Empfehlung wäre im Nachhinein, sich den Schlafsack und die Isomatte zu sparen und die Pista Altomontana an einem Tag durchzuziehen - obwohl die Hütten sehr gemütlich sein können. Im übrigen waren alle Hütten die wir gesehen haben, geöffnet.

Unterkunft:
Rifugio Galvarina

=== Etappe 5 ===

Wir laufen die restliche Strecke zur Villa Dorata morgens, checken früh ein und entspannen einen Tag.

Unterkunft:
Hotel Villa Dorata
Contrada Serra La Nave Versante Etna Sud
95030 Ragalna
Italien
+39 095 213020

=== Etappe 6 ===

16km Abstieg bis Nicolosi.

Dann versuchen wir per Bus nach Catania zu kommen, wo am nächsten Nachmittag unser Flug geht.

Transfer
Mit Bus: http://www.aziendasicilianatrasporti.it/

Unterkunft:
Fera O' Luni
Telefon: +393356012085
Catania, Italien
Via San Gaetano Alla Grotta 23, 95131

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